Tätigkeitsprofil

 

Als Studienassistent/in haben sie ein breit gefächertes Aufgabengebiet im Bereich der Organisation und Administration. Und Sie sind für die unterstützende Aufklärung von Patienten zuständig, sowie deren Betreuung während der gesamten Studie inkl. Nachsorge. Dies alles gehört ebenso zu Ihren Tätigkeiten, wie Vorbereitung, Organisation und Koordination von diagnostischem Material, Labor, Probenversand und Prüfmedikation etc.. Der überwiegende Teil der Arbeit besteht allerdings aus dem Erheben und und dokumentieren aller studienrelevanten Daten. Und hierbei gilt "Alles was nicht dokumentiert ist hat nicht stattgefunden !!"
Anbei nun eine etwas ausführlichere Ausführung vom Tätigkeitsprofil der Studienassistentin und dem Umfeld.

Studienteam

Studienteams können an folgenden Orten sitzen und dort Arbeiten an der klinischen Prüfung durchführen. Dabei hat jeder an seinem Platz eine spezielle Aufgabe die zur korrekten Durchführung der klinischen Prüfung notwendig ist.

Studienteams können an folgenden Orten sitzen
  • Pharmaunternehmen
  • CRO (Contract Research Organization)
  • KKS (Koordinierungszentrum Klinische Studien)
  • Studiengruppe / Studiensekretäriat (Fachspezifische Arbeitsgruppe)
  • Prüfzentrum
  • Studienzentrale

Beteiligte Personen im Prüfzentrum

  • Hauptprüfer (Principal Investigator)
  • Prüfer (Co-Investigator/Sub-Investigator)
  • Studienassistentin / Study Nurse / Study Coordinator
  • Dokumentationsassistenten
Kooperationspartner beim Ablauf einer klinischen Prüfung
  • Sponsor
  • Mitbehandelnde Ärzte
  • Apotheke
  • Labor
  • CRO
  • Röntgenabteilung
  • Pathologe
  • Kurierdienste [ Probenversand, Prüfmedikation, Studienspezifisches Material ]
  • Behörden (Regierungspräsidium, BfArM oder PEI)
  • EK
  • uvm.
Vor dem Beginn einer Klinischen Prüfung

Bevor mit der klinischen Prüfung im Prüfzentrum begonnen wird, müssen einige Dinge abgeklärt und überprüft werden am Prüfzentrum, auch dies fällt in das Aufgabenfeld der Study Nurse. In den meisten Studien allerdings werden Ihre Monitore diese Abfragen gemeinsam mit Ihnen beim Selektierungsbesuch durchführen, dabei wird meist direkt eine "Form" ausgefüllt zur Geeignetheit des Prüfzentrums.
Anbei einige Punkte die vor dem Beginn einer Studie geprüft werden sollten, wenn Sie die Anfrage vom Sponsor/CRO bekommen.
  • ausreichend geeignete Patienten
  • (ausreichend) geschultes Personal inkl. der Prüfärzte
  • genügend Zeit für das Personal um die Studie durchführen zu können
  • technische Ausstattung / Eichung (PC, Fax, e-Mail, Internet, EKG, Lungenfunktion, Labor, Zentrifuge, Kühlschrank etc.)
  • genügend Platz zur Lagerung ( z. B. Laborkits, CRF, Prüfmedikation)
  • Zeitplanung (Start, Rekrutierung, Urlaubsplanung etc,)
Folgende Dokumente (zur Einreichung) aus einem Prüfzentrum sollten vorliegen:
  • Lebenslauf (Curriculum Vitae) in ENG + DE von: Principal Investigator, aller Sub-Investigator, (aller Studienassistenten)
  • Financal Disclosure von: Principal Investigator, aller Sub-Investigator
  • Datenschutzerklärung von: Principal Investigator, aller Sub-Investigator
  • ICH-GCP Schulungsnachweis von: Principal Investigator, aller Sub-Investigator
  • Wichtigen Zertifikate (z. B. IATA-Schulungszertifikat) von: Principal Investigator, aller Sub-Investigator, aller Studienassistenten
Wenn das alles abgeklärt ist, wird die Studie bei der Ethikkommission und den Behörden eingereicht. Solbald ein positives Votum/zustimmende Bewertung der federführenden Ethikkommission, und die Genehmigung der zuständigen Bundesoberbehörde vorliegt, wird Ihnen dies mitgeteilt werden. Dann wird ein Initiierungsbesuch am Zentrum stattfinden, erst dann kann mit der Studie am Zentrum begonnen werden. Ab diesem Zeitpunkt sollten dann auch folgende Dokumente im Investigator Site File am Zentrum vorliegen.
  • positives Votum / zustimmende Bewertung der federführenden Ethikkommission
  • Genehmigung Bundesoberbehörde (BfArM oder PEI)
  • Anzeigeschreiben zur Meldung des Prüfzentrums an des zuständige Regierunspräsidium
  • Patientenversicherung und Versicherungsbedigungen
  • Prüfarztvertrag / Honorarvertrag
  • Patienteninformation und Einverständniserklärung
  • Alle weiteren Dokumente die an den Patienten ausgehändigt werden
Tätigkeiten der Studienassistenten

Ansprechpartner für Sponsor, Monitor, Patient uvm. / Informationsmanagement [ Kommunikation / Mitarbeiterschulung ]


Sie sind ein wichtiger Ansprechpartner für Prüfarzt, Kollegen, Monitor, Sponsor, Labore, Studienzentrale, nachsorgenden Ärzten und anderen. Sie müssen in diesem Beruf viel kommunizieren, dabei ist es wichtig dass Sie alle Informationen die Ihnen zugetragen werde, an alle an der Studie beteiligten Personen weiterleiten. Dies sorgt besonderst im Team des Prüfzentrums für einen reibungslosen Ablauf und verhindert Fehler.Das Studienpersonal vor Ort sollte vor Beginn jeder Studie neu geschult werden bzgl. des Ablaufs der Studie. Denn jede Studie verläuft anders und daran sollte immer gedacht werden. Zusätzliche Study Designs und auch die Anwesenheit bei Initiierungen vereinfacht das arbeiten.

Nicht zuletzt für den Patienten und deren Angehörige spielen Sie eine sehr wichtige und zentrale Rolle bei der reibungslosen Durchführung von Studien, denn Sie sind das sozusagen dass "Bindeglied", bei Ihnen laufen  alle wichtigen Informationen im Zusammenhang mit der Studie zusammen.

Sie arbeiten im Bezug auf die Vorbereitung und Begleitung von Monitorbesuchen, Audits und Behördeninspektionen eng mit dem Prüfarzt und dem Monitor zusammen.  Dies ist eine verantwortungsvolle Aufgabe, die zur Qualitätssicherung der Studie und des Prüfzentrums beiträgt. Sie bereiten Monitorbesuche vor, in dem Sie die Akten vorbereiten, ISF, Prüfmediaktion, Logs uwm. bereitstellen. Damit vereinfachen Sie auch dem Monitor die Arbeit.

Ein Großteil der Kommunikation findet per Telefon und Mail statt. Bei Telefonaten, speziell bei telefonischem Monitoring, sollten Sie immer Ihre Unterlagen bereithalten für Rückfragen. Wichtige Informationen zu Patienten sollten in diesem Fall immer in der Patientenakte vermerkt werden.

Alles was Sie an Mails empfangen oder versenden im Bezug auf eine klinische Prüfung muss ausgedruckt werden und im ISF abgelegt werden. Denn jegliche Korrespondenz muss im ISF abgelegt werden.

Zusammenfassend sind Sie im Prüfzentrum vor Ort, in enger Zusammenarbeit mit dem Prüfarzt, für die Umsetzung des Studienprotokolls in die Praxis verantwortlich.

Rückfragen / Queries

Rückfragen werden Sie meist vom Monitor oder dem Sponsor erhalten. Diese werden vor Ort von der Statistik erstellt um Einträge in den Erhebungsbögen zu klären, oder die Plausibilität und Korrektheit der Einträge klarzustellen. In klinischen Studien ist dies meist ein lästiges Übel, aber dies kann man umgehen in dem man von Beginn an 100% korrekt arbeitet. Aber ganz aus bleiben Sie dann meist trotzdem nicht...

"Eine Rückfrage bzw. ein Querie ist ein Dokument , dass nach Beantwortung als Kopie am Zentrum (bei dem betreffenden Erhebungsbogen) aufbewahrt werden muss [ICH-GCP]". Das Original des beantworteten Queries geht an die Statistik, wird korrigiert und dann archiviert.

Protokollgerechte Studiendurchführung / Umsetzung des Studienprotokolls

Dazu sollte am besten ein Handlungsplan erstellt werden direkt nach der Initiierung. Dabei sollte folgendes inhaltlich geklärt werden. Der Handlungsplan sollte dabei in schriftlicher Form existieren und für jeden einsehbar sein der  an der Studie beteiligt ist.
  • Was muss geklärt / organisiert sein, bis der erste Patient aufgenommen wird
  • Erhalt der Patientennummern ( Sollte bei Initiierung erfragt werden)
  • Wer ist beteiligt an der Studie und muss informiert bzw. gefragt werden ( eigenes Personal, Radiologen, Labor, nachsorgende Ärzte etc. )
  • Aufgabenverteilung ( Studienassistent / Prüfarzt)
  • Study Design ( EK / AK, Stratifikationsmerkmale, Primärdiagnostik, Diagnostik während und nach der Therapie), Abgleich mit Dokumentationsbögen
  • Verordnungsplan ( Studienmedikamente, Begleitmedikation, was ist verboten?, Applikationsweise, Bestrahlungsmodalitäten...)
  • Sonstige Organisationen ( Probenversand, Versandmaterial, Bedingungen)
  • Formalien überprüfen bzw. veranlassen ( Ethikvotum, Meldung bei Länderbehörde...)
  • Flussdiagramm ( Flow - Chart) über routinemäßig anfallende Tätigkeiten im Rahmen der Studie
Ablage studienrelevanter Dokumente

Die Ablage studienrelevanter Dokumente in Form von Briefen oder e-Mails erfolgt in den zugehörigen Prüfarztordner (ISF). Da dies wichtige Unterlagen sind muss alles was an Korrespondenz anfällt im Prüfarztordner richtig abgelegt werden. Alle Unterlagen die im Laufe der Studie bis zum Ende anfallen müssen aufbewahrt werden. Hier eine kleine Auflistung essentieller Dokumente die sehr wichtig sind...

Essentielle Dokumente:
  • Genehmigung BfArM/PEI und ggf. BfS
  • positives Votum/zustimmende Bewertung der ff Ethikkommission
  • Patientenversicherung und Versicherungsbedingungen
  • Investigator´s Brochure
  • CV (Lebenslauf) aller an der Studie beteiligten Personen
  • Financial Disclosure Form und Datenschutzerklärung aller Prüfärzte
  • Laborzertifikat / Akkreditierung [ alle 6 Monate zu erneuern ]
  • Regularien AMG, ICH-GCP, GCP-V
  • Einverständniserklärung der Patienten
Patientenkontakt / Betreuung / Terminplanung

Die Betreuung der Patienten und der Patientenkontakt gehört mit zu Ihren Hauptaufgaben und ist für die Patienten äußerst wichtig. Für die Patienten sind Sie, meist sogar vor dem Prüfarzt, Ansprechpartner Nummer 1, denn Sie als Study Nurse kennen alle wichtigen Informationen rund um die klinische Prüfung. Der Patient sollte zu Beginn der Einnahme von Prüfmedikation immer eine Notfalltelefonnummer erhalten wo der behandelnde Arzt oder eine Kollege zu erreichen ist, falls etwas passieren sollte.

Zudem sind Sie für die Terminplanung mit den Patienten, während der Durchführung der klinischen Prüfung, zuständig. In vielen Studien haben Sie meist nur ein kleines Zeitfenster zu den Visiten dies sollten Sie vorher mit den Patienten abstimmen. Zudem sollte dabei auch immer beachtet werden ob die ausgegebene Studienmedikation bis zum nächsten Besuch ausreicht.

Rekrutieren / Registrieren / Randomisieren

Ablauf in Phasen (kann sich je nach Studie etwas verändern)
  • Rekrutieren [ geeignete Patienten für die Studie suchen ]
  • Patientenaufklärung durch Prüfarzt und schriftliche Einwilligung des Patienten
  • Screening registrieren [ per Fax, Telefon oder Internet ]
  • Zuteilung der Subject No., notieren
  • Screening [ Laboruntersuchungen u. a. ]
  • Randomisierung erfolgt Baseline / Tag 0 [ per Fax, Telefon oder Internet ] in manchen Studien kann es aber auch sein das erst zu Woche 2 randomisiert wird
  • Ausgabe Studienmedikation erfolgt Baseline / Tag 0
  • Beobachtung über 48 Wochen oder länger mit regelmäßigen Besuchen
  • Follow up Besuch
  • End of Trial (EoT)
Vorbereitung und Organisation aller studienspezifischer Aufgaben

Die Vorbereitung und Organisation einer klinischen Prüfung verschlingt viel Zeit, und um sich die Tätigkeiten im Prüfzentrum von Beginn an zu vereinfachen, kann man im Prüfzentrum durch SOPs = Standardarbeitsanweisungen die Arbeit bedeutend erleichtern. Besonderst in großen Prüfzentren sollte SOPs in schriftlicher Form vorliegen und jedem Mitarbeiter einsehbar sein. SOPs werden vor dem Beginn einer Studie festgelegt und sind im Laufe der Studie auszuführen. Am besten arbeitet man in einer laufenden Studie mit Checklisten, dies erleichtert die Arbeit auch noch mal um einiges. Anbei mal ein Beispiel einer SOP Liste, folgende SOPs gibt es bereits z. B. schon, aber sie teilen sich noch in viele kleine Untergruppen auf, um diese allerdings jetzt hier alle aufzulisten, dass würde den Rahmen eindeutig sprengen.

Beispiel SOP Plan = Standardarbeitsanweisungsplan [ NUR INHALTSVERZEICHNIS ]

SOP 0 : Master SOP

SOP 1 : Planung und Organisation einer klinischen Prüfung

SOP 2 : Studienteam - Verantwortungsbereiche

SOP 3 : Ablage der Studienunterlagen

SOP 4 : Vereinbarungen mit dem Prinicipal Investigator

SOP 5 : Investigators Brochure

SOP 6 : Prüfplan

SOP 7 : Amendments des Prüfplans

SOP 8 : Prüfbogen CRF / Anleitung eCRF

SOP 9 : Ethik-Kommissionen

SOP 10 : Kopie Versicherungsschutz (Vers. Bedingungen)

SOP 11 : Labor

SOP 12 : Rekrutierung

SOP 13 : Aufklärung und Einverständnis in Kopie

SOP 14 : Studienmedikation

SOP 15 : Unerwünschte Ereignisse

SOP 16 : Abschlussbericht einer klinischen Prüfung

SOP 17 : Archivierung

Arbeitsmittel
  • GCP Guideline
  • Studienprotokoll / Studienordner [ Prüfarztordner ]
  • CRF [ Papier CRF, e-CRF ]
  • Patientenakte / Pflegedokumentation [ Papierform oder elektronisch ]
  • EDV / Datenbanken / Telekommunikation
  • Labor / Versandmaterialien
  • Prüfmedikation
  • Flow - Charts / Tabellen / Checklisten
Laborlogistik / Probenhandling / Versand
  • Rechtzeitige Abklärung welches Labor
  • Abklärung Kurierdienst [ Versandinformationen, Verpackung, Trockeneis etc. ]
  • Verantwortlichkeit für Bestellung, Empfang, Lagerung
  • Vorgehen bei der Probenverarbeitung dokumentieren
  • Vorgehen beim einzelnen Patienten [ dokumentieren und zum Labormanual legen ]
  • Vorgehen bei Vernichtung
  • Lieferscheine [ sorgfältig aufbewahren ]
  • Laborkits bei Eingang auf Vollständigkeit und Haltbarkeit prüfen
  • Datum der Lieferung evtl. melden [ Fax, IVRS, IWRS o. ä. ]
  • Verwendung nur für Studienpatienten
Die Laborkits und alle restlichen Unterlagen die zu einer Visite benötigt werden sollten am besten einen Tag vor dem Besuch des Patienten vorbereitet werden. Dabei sollte auch geschaut werden ob z. B. schon das Trockeneis und der Kurierdienst bestellt werden müssen.

Prüfmedikation [ Drug Account, Temp. Log. ]
  • Rechtzeitige Abklärung ob Lieferung über Sponsor oder Apotheke
  • Verantwortlichkeit für Bestellung, Empfang, Lagerung, Archivierung bzw. Vernichtung
  • Ausgabe der Prüfmedikation [ genau Dokumentation Drug Accountability, Patientenakte ]
  • Vorgehen beim einzelnen Patienten [ dokumentieren ]
  • Vorgehen bei Vernichtung
  • Lieferscheine [ sorgfältig aufbewahren ]
  • Medikation bei Eingang prüfen. Richtige Medikation für das Zentrum
  • Datum der Lieferung evtl. melden [ Fax, IVRS, IWRS o. ä. ]
  • Chargennummern überprüfen
  • Menge / Dosis des gelieferten Medikation
  • Aufbewahrung gekühlt oder ungekühlt [ Temperatur log ]
  • Aufbewahrung [ abschließbar, feuerfest und getrennt von jeder anderen Medikation ]
  • Verabreichung nur an Studienpatienten
  • Rücknahme der Prüfmedikation, restliche Tabletten zählen und im Drug Acc. + Patientenakte notieren
Dokumentation / Datenerfassung / Archivierung

(a) Dokumentation und Datenerfassung


Dokumentation und Datenerfassung sind der Hauptteil der Tätigkeit einer Study Nurse. Es muss alles und damit ist wirklich ALLES gemeint schriftlich dokumentiert werden. Nach jedem Studienpatienten solltet Ihr die Eintragungen in der Akte genau auf Richtigkeit und Vollständigkeit prüfen. Bei Fehlern ggf. fehlende Daten ergänzen. Dann muss das ganze noch korrekt 1:1 ins CRF übertragen werden, auch hier auch Vollständigkeit und Richtigkeit prüfen.

Hier ein paar kleine Dokumentationsregeln
  • Alles was nicht dokumentiert ist, hat nie stattgefunden !!!
  • Auf Karteikarten oder auch in elektronischen Patientenakten muss auf den ersten Blick von ersichtlich sein, dass der Patient in ein Studienteilnehmer ist
  • Immer schwarzem Kugelschreiber lt. GCP
  • Bitte lesbar -> wg. Rückfragen
  • Korrekturen im Prüfbogen sollten den ursprünglichen Eintrag noch erkennen lassen (Nachvollziehbarkeit, Manipulation), Korrekturen werden immer datiert und mit Initialen abgezeichnet
  • Es ist kein Tipp-Ex erlaubt
  • Alle Felder eines Prüfbogens werden ausgefüllt (wenn das Protokoll, Dokumentationsrichtlinien nichts anderes vorsehen
(b) Archivierung

Alle Unterlagen einer klinischen Studie [ Prüfarztordner, CRFs, SAE-/SUSAR Meldungen, Patientenakte, alle studienrelevanten Dokumente ] müssen 15 Jahre aufgehoben werden !!! Der Ablauf dieser Frist sollte immer sichtbar auf den Ordnern oder Patientenakten vermerkt sein.

(c) SDV (Source Data Verification) [ Aufgabe des Monitors ] 

SDV beschreibt den Prozess, durch den die im CRF dokumentierten Daten geprüft werden, zur Sicherstellung der Vollständigkeit und Richtigkeit der Daten die mit den Originalakten verglichen werden. Dies erfolgt in der Regel im Prüfzentrum durch den Monitor. Ziel hierbei ist das Vertrauen in die Ergebnisse der Studie und in die zugehörigen Schlussfolgerungen.  Der Monitor prüft im Zentrum folgende Punkte.
  • Ob alle Studienpatienten tatsächlich existieren und teilnehmen
  • Unterschriebene Einverständniserklärung aller Patienten
  • Ob Quelldokumente für alle Patienten existieren
  • Datenverifizierung (Abgleich mit den Originalakten)
  • Überprüfung der Eintragungen im CRF [ Richtigkeit, Lesbarkeit, Vollständigkeit, Plausibilität, Mangelhafte Daten korrigieren und vor Ort vervollständigen ]
  • Das Protokoll genau eingehalten wird
  • Fallzahl / Zeitplanung
  • Fragen nach UE, auch pathologischen Laborwertveränderungen / Begleitmedikationen und -Erkrankungen mit Überprüfung der UE - Dokumentation
  • Prüfmedikation, Lagerung und Drug Accountability prüfen
  • Prüfarztordner checken
  • Temperatur Logs checken [ i. d. R. 1x Kühlschrank Innentemp. , 1x Raumtemp., 1x Eisfach / Kühlfach Innentemp.
Fazit

Das gelingen der Studie hängt maßgebend von der Datenqualität ab, denn bei unvollständiger oder fehlerhafter Dokumentation kann unter Umständen eine mögliche Überlegenheit einer Therapie nicht aufgedeckt werden.

(d) Dokumentation von Adverse Events & Serious Adverse Events

Definition AE = Unerwünschtes Ereignis


Jedes schädliche Vorkommnis, das einem Pat.  oder einem Prüfungsteilnehmer widerfährt, dem ein Arzneimittel verabreicht wurde, und das nicht unbedingt in kausalem Zusammenhang mit dieser Behandlung steht.

Definition SAE = Schwerwiegendes unerwünschtes Ereignis

Ein SAE ist ein "schwerwiegendes unerwünschtes Ereignis oder schwerwiegende NW" , dass unabhängig von der Dosis...
  • tödlich oder lebensbedrohend ist
  • eine stationäre Behandlung oder deren Verlängerung erforderlich macht
  • zu einer bleibenden oder schwerwiegenden Behinderung oder Invalidität führt
  • eine kongenitale Anomalie oder ein Geburtsfehler zur Folge hat
Ein SAE muss innerhalb von 24 h nach bekannt werden an den Sponsor und Behören gemeldet werden. Der Sponsor erhält dazu einen ausführlichen Bericht (i. d. Regel 3-4 Seiten) über das SAE. Falls der Patient an einer verblindeten Studie teilnimmt und zu vermuten ist, dass das SAE mit dem Prüfpräparat im Zusammenhang steht, sollte man direkt mit dem Sponsor in Kontakt treten. Dieser wird dann entscheiden ob eine Entblindung vorgenommen werden soll. Denn im Falle einer Entblindung sind die Daten des Patienten nicht mehr auswertbar.
Bei Todesfällen muss der Prüfarzt der federführenden Ethikkommission, den beteiligten Ethikkommissionen, BfArM und dem Sponsor alle weiteren, zusätzlich benötigten Informationen übermitteln

Nebenwirkung = Adverse Reaction

Als Nebenwirkung bezeichnet man die Reaktion auf ein Prüfpäparat, dabei wird ein Kausalzusammenhang mit der Prüfsubstanz vermutet. Die Einschätzung erfolgt durch den Prüfers oder den Sponsor.

Der Prüfarzt muss das AE, innerhalb einer im Protokoll vorgeschriebenen Frist, an den Sponsor melden.

Unerwartete Nebenwirkung = Unexpected Adverse Reaction

Als unerwartete Nebenwirkung bezeichnet man die Reaktion auf ein Prüfpäparat. Hierbei stimmt Art oder Schweregrad nicht mit der vorliegenden Information über das Prüfpräparat überein.

Sinn des AE-Managements

Es bringt ein frühzeitiges Erkennen von Nebenwirkungen, Gefahren und Problemen mit sich und bringt daher Sicherheit für die Patienten und die Verantwortlichen.

Dokumentation von AEs

Wo ?
In der Patientenakte und im CRF

Was wird genau vermerkt ?
  • Symptom
  • Klassifikation / Code / Grad
  • Start / Ende
  • Maßnahmen
  • Kausalitätsbewertung Arzt
  • ggf. SAE-Kriterien
Kausalitätsbewertung der WHO

1. Sicher

2. Wahrscheinlich 75 %

3. Möglich 50 % : 50 %

4. Unwahrscheinlich 25 %

5. Ungeklärt z.B. fehlende Berichte

6. Nicht erklärbar / nicht klassifizierbar

7. Kein Zusammenhang

(e) Korrektur von Daten

Bei der Korrektur von Daten solltet Ihr folgendes beachten, da einige Studienunterlagen mit mehreren Durchschlägen versehen sind, muss immer erkennbar sein welcher Fehler korrigiert wurde. Daten werden z. B. korrigiert bei Schreibfehlern, Ergänzungen u. a., daher anbei die "Regeln der Korrektur".
  • ursprüngliche Eintragung durchstreichen ( z. B. falsche Eintragung 196, korrigierte Eintragung 169)
  • ursprüngliche Eintragung muss noch erkennbar sein
  • keine Korrekturstifte oder Flüssigkeiten
  • Datum der Änderung
  • Kürzel der Person der die Ändernung vorgenommen hat
  • evtl. Grund der Änderung

Es gibt sicherlich noch vieles mehr an Aufgaben die im Rahmen einer Studie anfallen, denn jede Studie ist eben doch etwas unschiedlich und nicht alle sind gleich aufwendig oder einfach. Deshalb sollte eben stets darauf geachtet werden das alles Prüfplan konform durchgeführt werden. Durch Ihre Arbeit kann so eine klinische Studie überhaupt durchgeführt werden, denn der "Papierkrieg" und die restlichen anfallenden Aufgaben in einer klinischen Prüfung sind nicht wenig aber enorm wichtig. Und selten ist der Schreibtisch am überquellen....  Daher ist auch die genaue Ablage der Unterlagen so wichtig, denn Ihr solltet alles mit einem Griff wiederfinden wenn Ihr etwas sucht.

So ich hoffe ich konnte euch damit etwas weiterhelfen.