Als Studienassistent/in haben sie ein breit gefächertes Aufgabengebiet im
Bereich der Organisation und Administration. Und Sie sind für die unterstützende Aufklärung von Patienten
zuständig, sowie
deren Betreuung während der gesamten Studie inkl. Nachsorge. Dies alles gehört ebenso zu Ihren
Tätigkeiten, wie Vorbereitung, Organisation und Koordination von diagnostischem
Material, Labor, Probenversand und Prüfmedikation etc..
Der überwiegende Teil der Arbeit besteht allerdings aus dem Erheben und und
dokumentieren aller studienrelevanten Daten. Und hierbei gilt
"Alles was nicht dokumentiert ist hat nicht stattgefunden
!!"
Anbei nun eine etwas ausführlichere Ausführung vom Tätigkeitsprofil der
Studienassistentin und dem Umfeld.
Studienteam
Studienteams können an folgenden Orten sitzen und dort Arbeiten an der klinischen Prüfung durchführen. Dabei hat jeder
an seinem Platz eine spezielle Aufgabe die zur korrekten Durchführung der
klinischen Prüfung notwendig ist.
Studienteams können an folgenden Orten sitzen
-
Pharmaunternehmen
-
CRO (Contract Research Organization)
-
KKS (Koordinierungszentrum Klinische Studien)
-
Studiengruppe / Studiensekretäriat (Fachspezifische Arbeitsgruppe)
-
Prüfzentrum
-
Studienzentrale
Beteiligte Personen im Prüfzentrum
-
Hauptprüfer (Principal Investigator)
-
Prüfer (Co-Investigator/Sub-Investigator)
-
Studienassistentin / Study Nurse / Study Coordinator
-
Dokumentationsassistenten
Kooperationspartner beim Ablauf einer klinischen Prüfung
-
Sponsor
-
Mitbehandelnde Ärzte
-
Apotheke
-
Labor
-
CRO
-
Röntgenabteilung
-
Pathologe
- Kurierdienste [ Probenversand, Prüfmedikation, Studienspezifisches Material
]
- Behörden (Regierungspräsidium, BfArM oder PEI)
- EK
- uvm.
Vor dem Beginn einer Klinischen Prüfung
Bevor mit der klinischen Prüfung im Prüfzentrum begonnen wird, müssen einige
Dinge abgeklärt und überprüft werden am Prüfzentrum, auch dies fällt in das Aufgabenfeld der Study Nurse.
In den meisten Studien allerdings werden Ihre Monitore diese Abfragen gemeinsam mit Ihnen beim Selektierungsbesuch durchführen,
dabei wird meist direkt eine "Form" ausgefüllt zur Geeignetheit des Prüfzentrums.
Anbei einige Punkte die vor dem Beginn einer Studie geprüft werden sollten, wenn Sie die Anfrage vom Sponsor/CRO bekommen.
-
ausreichend geeignete Patienten
-
(ausreichend) geschultes Personal inkl. der Prüfärzte
-
genügend Zeit für das Personal um die Studie durchführen zu können
-
technische Ausstattung / Eichung (PC, Fax, e-Mail, Internet, EKG,
Lungenfunktion, Labor, Zentrifuge, Kühlschrank etc.)
-
genügend Platz zur Lagerung ( z. B. Laborkits, CRF, Prüfmedikation)
-
Zeitplanung (Start, Rekrutierung, Urlaubsplanung etc,)
Folgende Dokumente (zur Einreichung) aus einem Prüfzentrum sollten vorliegen:
-
Lebenslauf (Curriculum Vitae) in ENG + DE von: Principal Investigator, aller Sub-Investigator, (aller Studienassistenten)
-
Financal Disclosure von: Principal Investigator, aller Sub-Investigator
-
Datenschutzerklärung von: Principal Investigator, aller Sub-Investigator
-
ICH-GCP Schulungsnachweis von: Principal Investigator, aller Sub-Investigator
-
Wichtigen Zertifikate (z. B. IATA-Schulungszertifikat) von: Principal Investigator, aller Sub-Investigator, aller Studienassistenten
Wenn das alles abgeklärt ist, wird die Studie bei der Ethikkommission und den Behörden eingereicht.
Solbald ein positives Votum/zustimmende Bewertung der federführenden Ethikkommission, und die Genehmigung der zuständigen Bundesoberbehörde vorliegt,
wird Ihnen dies mitgeteilt werden. Dann wird ein Initiierungsbesuch am Zentrum stattfinden, erst dann kann mit der Studie am Zentrum begonnen werden.
Ab diesem Zeitpunkt sollten dann auch folgende Dokumente im
Investigator Site File am Zentrum vorliegen.
-
positives Votum / zustimmende Bewertung der federführenden Ethikkommission
-
Genehmigung Bundesoberbehörde (BfArM oder PEI)
-
Anzeigeschreiben zur Meldung des Prüfzentrums an des zuständige Regierunspräsidium
-
Patientenversicherung und Versicherungsbedigungen
-
Prüfarztvertrag / Honorarvertrag
-
Patienteninformation und Einverständniserklärung
-
Alle weiteren Dokumente die an den Patienten ausgehändigt werden
Tätigkeiten der Studienassistenten
Ansprechpartner für Sponsor, Monitor, Patient uvm. / Informationsmanagement [ Kommunikation / Mitarbeiterschulung ]
Sie sind ein wichtiger Ansprechpartner für Prüfarzt, Kollegen, Monitor, Sponsor, Labore, Studienzentrale,
nachsorgenden Ärzten und anderen. Sie müssen in diesem Beruf viel kommunizieren,
dabei ist es wichtig dass Sie alle Informationen die Ihnen zugetragen werde, an
alle an der Studie beteiligten Personen weiterleiten. Dies sorgt besonderst im
Team des Prüfzentrums für einen reibungslosen Ablauf und verhindert Fehler.Das
Studienpersonal vor Ort sollte vor Beginn jeder Studie neu geschult werden bzgl.
des Ablaufs der Studie. Denn jede Studie verläuft anders und daran sollte immer
gedacht werden. Zusätzliche Study Designs und auch die Anwesenheit bei
Initiierungen vereinfacht das arbeiten.
Nicht zuletzt für den Patienten und deren Angehörige spielen Sie eine sehr
wichtige und zentrale Rolle bei der
reibungslosen Durchführung von Studien, denn Sie sind das sozusagen dass
"Bindeglied", bei Ihnen laufen alle wichtigen Informationen im
Zusammenhang mit der Studie zusammen.
Sie arbeiten im Bezug auf die Vorbereitung und Begleitung von
Monitorbesuchen, Audits und Behördeninspektionen eng mit dem
Prüfarzt und dem Monitor zusammen. Dies ist eine verantwortungsvolle
Aufgabe, die zur Qualitätssicherung der Studie und des Prüfzentrums beiträgt. Sie
bereiten Monitorbesuche vor, in dem Sie die Akten vorbereiten, ISF,
Prüfmediaktion, Logs uwm. bereitstellen. Damit vereinfachen Sie auch dem Monitor
die Arbeit.
Ein Großteil der Kommunikation findet per Telefon und Mail statt. Bei Telefonaten, speziell bei
telefonischem Monitoring, sollten Sie immer Ihre Unterlagen bereithalten für
Rückfragen. Wichtige Informationen zu Patienten sollten in diesem Fall immer in
der Patientenakte vermerkt werden.
Alles was Sie an Mails empfangen oder versenden im Bezug auf eine klinische Prüfung muss
ausgedruckt werden und im ISF abgelegt werden. Denn jegliche Korrespondenz muss
im ISF abgelegt werden.
Zusammenfassend sind Sie im Prüfzentrum vor Ort, in enger
Zusammenarbeit mit dem Prüfarzt, für die Umsetzung des Studienprotokolls in die
Praxis verantwortlich.
Rückfragen / Queries
Rückfragen werden Sie meist vom Monitor oder
dem Sponsor erhalten. Diese werden vor Ort von der Statistik erstellt um Einträge in den Erhebungsbögen zu
klären, oder die Plausibilität und Korrektheit der Einträge klarzustellen. In
klinischen Studien ist dies meist ein lästiges Übel, aber dies kann man umgehen
in dem man von Beginn an 100% korrekt arbeitet. Aber ganz aus bleiben Sie dann
meist trotzdem nicht...
"Eine Rückfrage bzw. ein Querie ist ein
Dokument , dass nach Beantwortung als Kopie am Zentrum (bei dem betreffenden
Erhebungsbogen) aufbewahrt werden muss [ICH-GCP]". Das Original des beantworteten
Queries geht an die Statistik, wird korrigiert und dann archiviert.
Protokollgerechte Studiendurchführung / Umsetzung des Studienprotokolls
Dazu sollte am besten ein Handlungsplan erstellt werden direkt nach der Initiierung. Dabei sollte
folgendes inhaltlich geklärt werden. Der Handlungsplan sollte dabei in schriftlicher
Form existieren und für jeden einsehbar sein der an der Studie beteiligt
ist.
-
Was muss geklärt / organisiert sein, bis der erste Patient aufgenommen wird
-
Erhalt der Patientennummern ( Sollte bei Initiierung erfragt werden)
-
Wer ist beteiligt an der Studie und muss informiert bzw. gefragt werden ( eigenes Personal, Radiologen,
Labor, nachsorgende Ärzte etc. )
-
Aufgabenverteilung ( Studienassistent / Prüfarzt)
-
Study Design ( EK / AK, Stratifikationsmerkmale, Primärdiagnostik, Diagnostik während und nach der
Therapie), Abgleich mit Dokumentationsbögen
-
Verordnungsplan ( Studienmedikamente, Begleitmedikation, was ist verboten?, Applikationsweise,
Bestrahlungsmodalitäten...)
-
Sonstige Organisationen ( Probenversand, Versandmaterial, Bedingungen)
-
Formalien überprüfen bzw. veranlassen ( Ethikvotum, Meldung bei Länderbehörde...)
-
Flussdiagramm ( Flow - Chart) über routinemäßig anfallende Tätigkeiten im Rahmen der Studie
Ablage studienrelevanter Dokumente
Die Ablage studienrelevanter Dokumente in Form von Briefen oder e-Mails erfolgt in
den zugehörigen Prüfarztordner (ISF). Da dies wichtige Unterlagen sind muss alles was
an Korrespondenz anfällt im Prüfarztordner richtig abgelegt werden. Alle
Unterlagen die im Laufe der Studie bis zum Ende anfallen müssen aufbewahrt
werden. Hier eine kleine Auflistung essentieller Dokumente die sehr wichtig
sind...
Essentielle Dokumente:
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Genehmigung BfArM/PEI und ggf. BfS
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positives Votum/zustimmende Bewertung der ff Ethikkommission
-
Patientenversicherung und Versicherungsbedingungen
-
Investigator´s Brochure
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CV (Lebenslauf) aller an der Studie beteiligten Personen
-
Financial Disclosure Form und Datenschutzerklärung aller Prüfärzte
-
Laborzertifikat / Akkreditierung [ alle 6 Monate zu erneuern ]
-
Regularien AMG, ICH-GCP, GCP-V
-
Einverständniserklärung der Patienten
Patientenkontakt / Betreuung / Terminplanung
Die Betreuung der Patienten und der Patientenkontakt gehört mit zu Ihren Hauptaufgaben und ist für die Patienten
äußerst wichtig. Für die Patienten sind Sie, meist sogar vor dem Prüfarzt,
Ansprechpartner Nummer 1, denn Sie als Study Nurse kennen alle wichtigen
Informationen rund um die klinische Prüfung. Der Patient sollte zu Beginn der
Einnahme von Prüfmedikation immer eine Notfalltelefonnummer erhalten wo der
behandelnde Arzt oder eine Kollege zu erreichen ist, falls etwas passieren
sollte.
Zudem sind Sie für die Terminplanung mit den Patienten, während der Durchführung der klinischen Prüfung, zuständig.
In vielen Studien haben Sie meist nur ein kleines Zeitfenster zu den Visiten
dies sollten Sie vorher mit den Patienten abstimmen. Zudem sollte dabei auch
immer beachtet werden ob die ausgegebene Studienmedikation bis zum nächsten
Besuch ausreicht.
Rekrutieren / Registrieren / Randomisieren
Ablauf in Phasen (kann sich je nach Studie etwas verändern)
-
Rekrutieren [ geeignete Patienten für die Studie suchen ]
-
Patientenaufklärung durch Prüfarzt und schriftliche Einwilligung des Patienten
-
Screening registrieren [ per Fax, Telefon oder Internet ]
-
Zuteilung der Subject No., notieren
-
Screening [ Laboruntersuchungen u. a. ]
-
Randomisierung erfolgt Baseline / Tag 0 [ per Fax, Telefon oder Internet ] in manchen Studien kann es aber auch sein das erst zu Woche 2 randomisiert wird
-
Ausgabe Studienmedikation erfolgt Baseline / Tag 0
-
Beobachtung über 48 Wochen oder länger mit regelmäßigen Besuchen
-
Follow up Besuch
-
End of Trial (EoT)
Vorbereitung und Organisation aller studienspezifischer Aufgaben
Die Vorbereitung und Organisation einer klinischen Prüfung verschlingt viel Zeit, und um sich die Tätigkeiten im
Prüfzentrum von Beginn an zu vereinfachen, kann man im Prüfzentrum durch SOPs =
Standardarbeitsanweisungen die Arbeit bedeutend erleichtern. Besonderst in
großen Prüfzentren sollte SOPs in schriftlicher Form vorliegen und jedem
Mitarbeiter einsehbar sein. SOPs werden vor dem Beginn einer Studie festgelegt
und sind im Laufe der Studie auszuführen. Am besten arbeitet man in einer
laufenden Studie mit Checklisten, dies erleichtert die Arbeit auch noch mal um
einiges. Anbei mal ein Beispiel einer SOP Liste, folgende SOPs gibt es bereits
z. B. schon, aber sie teilen sich noch in viele kleine Untergruppen auf, um
diese allerdings jetzt hier alle aufzulisten, dass würde den Rahmen eindeutig
sprengen.
Beispiel SOP Plan = Standardarbeitsanweisungsplan [ NUR INHALTSVERZEICHNIS ]
SOP 0 : Master SOP
SOP 1 : Planung und Organisation einer klinischen Prüfung
SOP 2 : Studienteam - Verantwortungsbereiche
SOP 3 : Ablage der Studienunterlagen
SOP 4 : Vereinbarungen mit dem Prinicipal Investigator
SOP 5 : Investigators Brochure
SOP 6 : Prüfplan
SOP 7 : Amendments des Prüfplans
SOP 8 : Prüfbogen CRF / Anleitung eCRF
SOP 9 : Ethik-Kommissionen
SOP 10 : Kopie Versicherungsschutz (Vers. Bedingungen)
SOP 11 : Labor
SOP 12 : Rekrutierung
SOP 13 : Aufklärung und Einverständnis in Kopie
SOP 14 : Studienmedikation
SOP 15 : Unerwünschte Ereignisse
SOP 16 : Abschlussbericht einer klinischen Prüfung
SOP 17 : Archivierung
Arbeitsmittel
-
GCP Guideline
-
Studienprotokoll / Studienordner [ Prüfarztordner ]
-
CRF [ Papier CRF, e-CRF ]
-
Patientenakte / Pflegedokumentation [ Papierform oder elektronisch ]
-
EDV / Datenbanken / Telekommunikation
-
Labor / Versandmaterialien
-
Prüfmedikation
-
Flow - Charts / Tabellen / Checklisten
Laborlogistik / Probenhandling / Versand
-
Rechtzeitige Abklärung welches Labor
-
Abklärung Kurierdienst [ Versandinformationen, Verpackung, Trockeneis etc. ]
-
Verantwortlichkeit für Bestellung, Empfang, Lagerung
-
Vorgehen bei der Probenverarbeitung dokumentieren
-
Vorgehen beim einzelnen Patienten [ dokumentieren und zum Labormanual legen ]
-
Vorgehen bei Vernichtung
-
Lieferscheine [ sorgfältig aufbewahren ]
-
Laborkits bei Eingang auf Vollständigkeit und Haltbarkeit prüfen
-
Datum der Lieferung evtl. melden [ Fax, IVRS, IWRS o. ä. ]
-
Verwendung nur für Studienpatienten
Die Laborkits und alle restlichen Unterlagen die zu einer Visite benötigt werden sollten am besten einen Tag vor
dem Besuch des Patienten vorbereitet werden. Dabei sollte auch geschaut werden
ob z. B. schon das Trockeneis und der Kurierdienst bestellt werden müssen.
Prüfmedikation [ Drug Account, Temp. Log. ]
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Rechtzeitige Abklärung ob Lieferung über Sponsor oder Apotheke
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Verantwortlichkeit für Bestellung, Empfang, Lagerung, Archivierung bzw. Vernichtung
-
Ausgabe der Prüfmedikation [ genau Dokumentation Drug Accountability, Patientenakte ]
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Vorgehen beim einzelnen Patienten [ dokumentieren ]
-
Vorgehen bei Vernichtung
-
Lieferscheine [ sorgfältig aufbewahren ]
-
Medikation bei Eingang prüfen. Richtige Medikation für das Zentrum
-
Datum der Lieferung evtl. melden [ Fax, IVRS, IWRS o. ä. ]
-
Chargennummern überprüfen
-
Menge / Dosis des gelieferten Medikation
-
Aufbewahrung gekühlt oder ungekühlt [ Temperatur log ]
-
Aufbewahrung [ abschließbar, feuerfest und getrennt von jeder anderen Medikation ]
-
Verabreichung nur an Studienpatienten
-
Rücknahme der Prüfmedikation, restliche Tabletten zählen und im Drug Acc. + Patientenakte notieren
Dokumentation / Datenerfassung / Archivierung
(a) Dokumentation und Datenerfassung
Dokumentation und Datenerfassung sind der Hauptteil der Tätigkeit einer Study Nurse. Es muss alles und damit ist
wirklich ALLES gemeint schriftlich dokumentiert werden. Nach jedem
Studienpatienten solltet Ihr die Eintragungen in der Akte genau auf Richtigkeit
und Vollständigkeit prüfen. Bei Fehlern ggf. fehlende Daten ergänzen. Dann muss
das ganze noch korrekt 1:1 ins CRF übertragen werden, auch hier auch
Vollständigkeit und Richtigkeit prüfen.
Hier ein paar kleine Dokumentationsregeln
-
Alles was nicht dokumentiert ist, hat nie stattgefunden !!!
-
Auf Karteikarten oder auch in elektronischen Patientenakten muss auf den ersten Blick von ersichtlich
sein, dass der Patient in ein Studienteilnehmer ist
-
Immer schwarzem Kugelschreiber lt. GCP
-
Bitte lesbar -> wg. Rückfragen
-
Korrekturen im Prüfbogen sollten den ursprünglichen Eintrag noch erkennen lassen (Nachvollziehbarkeit,
Manipulation), Korrekturen werden immer datiert und mit Initialen abgezeichnet
-
Es ist kein Tipp-Ex erlaubt
-
Alle Felder eines Prüfbogens werden ausgefüllt (wenn das Protokoll, Dokumentationsrichtlinien nichts
anderes vorsehen
(b) Archivierung
Alle Unterlagen einer klinischen Studie [ Prüfarztordner, CRFs, SAE-/SUSAR Meldungen, Patientenakte, alle
studienrelevanten Dokumente ] müssen 15 Jahre aufgehoben werden !!! Der Ablauf
dieser Frist sollte immer sichtbar auf den Ordnern oder Patientenakten vermerkt
sein.
(c) SDV (Source Data Verification) [ Aufgabe des Monitors ]
SDV beschreibt den Prozess, durch den
die im CRF dokumentierten Daten geprüft werden, zur Sicherstellung der
Vollständigkeit und Richtigkeit der Daten die mit den Originalakten verglichen
werden. Dies erfolgt in der Regel im Prüfzentrum durch den Monitor. Ziel hierbei
ist das Vertrauen in die Ergebnisse der Studie und in die zugehörigen
Schlussfolgerungen. Der Monitor prüft im Zentrum folgende Punkte.
-
Ob alle Studienpatienten tatsächlich existieren und teilnehmen
-
Unterschriebene Einverständniserklärung aller Patienten
-
Ob Quelldokumente für alle Patienten existieren
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Datenverifizierung (Abgleich mit den Originalakten)
-
Überprüfung der Eintragungen im CRF [ Richtigkeit, Lesbarkeit, Vollständigkeit, Plausibilität, Mangelhafte
Daten korrigieren und vor Ort vervollständigen ]
-
Das Protokoll genau eingehalten wird
-
Fallzahl / Zeitplanung
-
Fragen nach UE, auch pathologischen Laborwertveränderungen /
Begleitmedikationen und -Erkrankungen mit Überprüfung der UE - Dokumentation
-
Prüfmedikation, Lagerung und Drug Accountability prüfen
-
Prüfarztordner checken
-
Temperatur Logs checken [ i. d. R. 1x Kühlschrank Innentemp. , 1x Raumtemp., 1x Eisfach / Kühlfach Innentemp.
Fazit
Das gelingen der Studie hängt maßgebend von der Datenqualität ab, denn bei unvollständiger oder fehlerhafter Dokumentation kann
unter Umständen eine mögliche Überlegenheit einer Therapie nicht aufgedeckt werden.
(d) Dokumentation von Adverse Events & Serious Adverse Events
Definition AE = Unerwünschtes Ereignis
Jedes schädliche Vorkommnis, das einem Pat. oder einem Prüfungsteilnehmer widerfährt, dem ein Arzneimittel verabreicht
wurde, und das nicht unbedingt in kausalem Zusammenhang mit dieser Behandlung
steht.
Definition SAE = Schwerwiegendes unerwünschtes Ereignis
Ein SAE ist ein "schwerwiegendes
unerwünschtes Ereignis oder schwerwiegende NW" , dass unabhängig von der
Dosis...
-
tödlich oder lebensbedrohend ist
-
eine stationäre Behandlung oder deren Verlängerung erforderlich macht
-
zu einer bleibenden oder schwerwiegenden Behinderung oder Invalidität führt
-
eine kongenitale Anomalie oder ein Geburtsfehler zur Folge hat
Ein SAE muss innerhalb von 24 h nach bekannt werden an den Sponsor und Behören gemeldet werden. Der Sponsor erhält
dazu einen ausführlichen Bericht (i. d. Regel 3-4 Seiten) über das SAE. Falls der Patient an einer verblindeten Studie teilnimmt und zu vermuten ist,
dass das SAE mit dem Prüfpräparat im Zusammenhang steht, sollte man direkt mit dem Sponsor in Kontakt treten. Dieser wird dann
entscheiden ob eine Entblindung vorgenommen werden soll. Denn im Falle einer Entblindung sind die Daten des Patienten
nicht mehr auswertbar.
Bei Todesfällen muss der Prüfarzt der federführenden Ethikkommission, den beteiligten Ethikkommissionen, BfArM
und dem Sponsor alle weiteren, zusätzlich benötigten Informationen übermitteln
Nebenwirkung = Adverse Reaction
Als Nebenwirkung bezeichnet man die Reaktion auf ein Prüfpäparat, dabei wird ein
Kausalzusammenhang mit der Prüfsubstanz vermutet. Die Einschätzung erfolgt durch den Prüfers oder den Sponsor.
Der Prüfarzt muss das AE, innerhalb einer im Protokoll vorgeschriebenen Frist, an den Sponsor melden.
Unerwartete Nebenwirkung = Unexpected Adverse Reaction
Als unerwartete Nebenwirkung bezeichnet man die Reaktion auf ein Prüfpäparat.
Hierbei stimmt Art oder Schweregrad nicht mit der vorliegenden Information über das Prüfpräparat überein.
Sinn des AE-Managements
Es bringt ein frühzeitiges Erkennen von Nebenwirkungen, Gefahren und Problemen mit sich und bringt daher Sicherheit
für die Patienten und die Verantwortlichen.
Dokumentation von AEs
Wo ? In der Patientenakte und im CRF
Was wird genau vermerkt ?
-
Symptom
-
Klassifikation / Code / Grad
-
Start / Ende
-
Maßnahmen
-
Kausalitätsbewertung Arzt
-
ggf. SAE-Kriterien
Kausalitätsbewertung der WHO
1. Sicher
2. Wahrscheinlich 75 %
3. Möglich 50 % : 50 %
4. Unwahrscheinlich 25 %
5. Ungeklärt z.B. fehlende Berichte
6. Nicht erklärbar / nicht klassifizierbar
7. Kein Zusammenhang
(e) Korrektur von Daten
Bei der Korrektur von Daten solltet Ihr folgendes beachten, da einige Studienunterlagen mit mehreren Durchschlägen
versehen sind, muss immer erkennbar sein welcher Fehler korrigiert wurde. Daten
werden z. B. korrigiert bei Schreibfehlern, Ergänzungen u. a., daher anbei die
"Regeln der Korrektur".
-
ursprüngliche Eintragung durchstreichen ( z. B. falsche Eintragung
196, korrigierte
Eintragung 169)
-
ursprüngliche Eintragung muss noch erkennbar sein
-
keine Korrekturstifte oder Flüssigkeiten
-
Datum der Änderung
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Kürzel der Person der die Ändernung vorgenommen hat
-
evtl. Grund der Änderung
Es gibt sicherlich noch vieles mehr an Aufgaben die
im Rahmen einer Studie anfallen, denn jede Studie ist eben doch etwas
unschiedlich und nicht alle sind gleich aufwendig oder einfach. Deshalb sollte
eben stets darauf geachtet werden das alles Prüfplan konform durchgeführt
werden. Durch Ihre Arbeit kann so eine klinische Studie überhaupt durchgeführt
werden, denn der "Papierkrieg" und die restlichen anfallenden Aufgaben in einer
klinischen Prüfung sind nicht wenig aber enorm wichtig. Und selten ist der
Schreibtisch am überquellen.... Daher ist auch die genaue Ablage der
Unterlagen so wichtig, denn Ihr solltet alles mit einem Griff wiederfinden wenn
Ihr etwas sucht.
So ich hoffe ich konnte euch damit etwas weiterhelfen.